Gut besuchter Vortrag: Die letzten Feldhamster in NRW


Publiziert am 30. Oktober 2016 , Kategorie(n): Archiv, Umwelt
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Was machen die letzten Feldhamster in NRW?

Am 10. November berichtete die Biologin Ute Köhler auf Einladung des Zülpicher Ortsverbands der Grünen über die aktuellen Ergebniss der Feldhamster-Kartierung südlich von Zülpich. Rund 25 Menschen fanden den Weg ins Zölleche Brauhaus und erhielten interessante Informationen zu dem vom Aussterben bedrohten Tieren und ihrem Vorkommen in der Zülpicher Börde.

Feldhamster sind nachtaktive Einzelgänger, die einen Winterschlaf halten. Sie können vom März bis September gesehen werden. Ihre Hauptnahrungsquelle ist Getreide oder andere Feldpflanzen, aber auch Insekten, Würmer und Schnecken. Sie haben eine hoheReproduktionsrate mit zwei Würfen im Jahr mit jeweils bis zu sieben Jungen. Die meisten Tiere werden nur ein Jahr alt. Die heute vom Aussterben bedrohte Art war früher gerade in den rheinischen Bördegebieten sehr weit verbreitet und wurde von den Landwirten meistens als Schädling gesehen.

Die Hamster bauen Gänge bis zu einer Tiefe von 1,6 Metern, so dass das herbstliche Pflügen der oberen Bodenschichten keine Bedrohung darstellt. Der Grund für den Rückgang der Tiere ist hauptsächlich die immer intensivere Landwirtschaft, bei der die felder innerhalb kürzester Zeit volständig abgeerntet werden und somit die Nahrung und auch die Deckung für die Feldhamster verloren geht. Ein Rückgang der Population ist im gesamten Verbreitungsgebiet zwischen Russland und Polen im Osten und der rheinischen Bördelandschaft im Westen zu beobachten.

Im Süden der Zülpicher Kernstadt lebt noch die zeitweise letzte bekannte Population in NRW. Im Jahr 2004 begannen die Zählungen bei einem sehr niedrigen Bestand. Durch ein entsprechendes Schutzprogramm konnte der Bestand dann bis 2010 deutlich vergrößert werden. Seitdem nimmt die Anzahl der Feldhamster in Zülpich aber wieder deutlich ab. In 2016 konnte Frau Köhler erade mal 15 Baue nachweisen. Es ist vorgesehen mit einigen Tieren eine Zucht durchzuführen, um sie anschließend wieder auf unseren Feldern auszusetzen.

Die Zülpicher Grünen wünschen diesem Projekt viel Erfolg. Es ist für sie klar, dass eine Wohnbebauung im Hamstergebiet nicht in Frage kommt. Das von der Stadt Zülpich geplante Baugebiet Seegärten 2 lehnen sie aber nicht nur aus Artenschutzgründen ab, sondern halten es auch für städteplanerisch verfehlt.


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